Ratgeber

InBody-Messung erklärt: was die Zahlen wirklich bedeuten

Du trainierst seit sechs Wochen, isst besser als vorher, und die Waage zeigt fast dasselbe wie am ersten Tag. Genau an diesem Punkt hören die meisten auf. Dabei ist die Waage einfach das falsche Werkzeug für die Frage, die dich interessiert.

Von Yoni, Personal Trainer in Stuttgart · Lesezeit rund 7 Minuten

Was die InBody-Messung überhaupt misst

Eine normale Waage kennt eine einzige Zahl: wie schwer du bist. Sie weiß nicht, ob dieses Gewicht aus Muskeln, Fett oder Wasser besteht. Und genau das ist die Information, auf die es ankommt.

Die InBody-Messung arbeitet mit bioelektrischer Impedanzanalyse. Ein sehr schwacher Strom läuft durch deinen Körper, und die verschiedenen Gewebe setzen ihm unterschiedlichen Widerstand entgegen. Muskeln enthalten viel Wasser und leiten gut, Fett leitet schlecht. Aus diesen Widerstandswerten wird berechnet, woraus dein Gewicht besteht.

Das Gerät arbeitet dabei mit acht Elektroden an Händen und Füßen und misst mit mehreren Frequenzen. Dadurch wird jeder Körperabschnitt einzeln erfasst: beide Arme, beide Beine und der Rumpf. Nach Angaben des Herstellers werden ausschließlich die gemessenen Impedanzwerte verwendet, ohne Schätzformeln nach Alter oder Geschlecht.

Dein Körpergewicht setzt sich am Ende aus vier Bausteinen zusammen: Gesamtkörperwasser, Proteine, Mineralien und Körperfettmasse. Zusammengerechnet ergeben sie genau die Zahl, die auch auf der Waage steht. Nur weißt du jetzt, wie sie sich aufteilt.

Die wichtigsten Werte im Befundbogen

Ein InBody-Ausdruck enthält je nach Gerät über vierzig Werte. Die meisten davon brauchst du nie. Diese hier reichen, um deinen Fortschritt zu beurteilen.

WertWas dahinterstecktWorauf du achtest
Skelettmuskelmasse Das Muskelgewicht, das du willentlich bewegen kannst. Der wichtigste Wert überhaupt. Sollte beim Abnehmen möglichst gleich bleiben, beim Muskelaufbau langsam steigen.
Körperfettmasse Dein Fett in Kilogramm, nicht in Prozent. Die Zahl, die beim Abnehmen sinken soll. Alles andere ist Nebengeräusch.
Körperfettanteil Fettmasse im Verhältnis zum Gesamtgewicht, in Prozent. Kann sinken, auch wenn dein Gewicht gleich bleibt. Das ist ein gutes Zeichen.
Gesamtkörperwasser Wasser innerhalb und außerhalb der Zellen, zusammengerechnet. Schwankt am stärksten von Tag zu Tag. Deshalb misst man immer unter gleichen Bedingungen.
ECW/TBW Anteil des Wassers außerhalb der Zellen am Gesamtwasser. Bei Gesunden liegt der Wert laut Hersteller zwischen 0,360 und 0,390. Auffälligkeiten gehören zum Arzt, nicht zum Trainer.
Grundumsatz Was dein Körper in völliger Ruhe verbraucht. Steigt mit mehr Muskelmasse. Deshalb lohnt Krafttraining beim Abnehmen doppelt.
Segmentale Analyse Muskelverteilung getrennt nach Armen, Beinen und Rumpf. Zeigt Ungleichgewichte, etwa nach einer Verletzung oder bei einseitiger Belastung.
BMI Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Der unbrauchbarste Wert auf dem ganzen Blatt. Er unterscheidet nicht zwischen Muskel und Fett.

Warum die Waage dich in die Irre führt

Nimm zwei Messungen im Abstand von acht Wochen. Am Anfang: 82 Kilo, davon 24 Kilo Fett. Nach acht Wochen: 81,5 Kilo, davon 21 Kilo Fett.

Die Waage sagt: ein halbes Kilo. Kaum der Rede wert, vielleicht sogar nur Wasser. Die Messung sagt: drei Kilo Fett weg und zweieinhalb Kilo Muskeln dazu. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, und es sieht auch im Spiegel völlig anders aus als vorher.

Genau dieser Fall ist der häufigste Grund, warum Leute aufhören. Nicht weil nichts passiert, sondern weil sie mit dem falschen Messgerät hinschauen.

Die Waage misst, wie schwer du bist. Die Körperanalyse misst, ob du in die richtige Richtung gehst. Das sind zwei verschiedene Fragen.

Wie du dich auf die Messung vorbereitest

Eine einzelne Messung ist nur so viel wert wie ihre Vergleichbarkeit. Wenn du beim ersten Mal nüchtern und morgens misst und beim zweiten Mal nach dem Mittagessen und zwei Litern Wasser, kannst du die beiden Zahlen nebeneinander legen und praktisch nichts daraus ablesen.

Der Hersteller nennt für eine saubere Messung diese Punkte:

Checkliste vor der Messung

  • Mindestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit
  • Blase und Darm vorher entleeren
  • Kein intensives Training kurz davor
  • Kein Kaffee, keine Energydrinks, kein Alkohol vorher
  • Nicht unmittelbar davor größere Mengen Wasser trinken
  • Barfuß auf die Kontaktflächen, Arme nicht am Rumpf anliegend, Beine nicht aneinander
  • Möglichst immer zur gleichen Tageszeit, am besten morgens

Das klingt nach viel, ist in der Praxis aber schnell erledigt: Termin früh am Morgen, vorher nichts essen, fertig. Wichtiger als die perfekte Messung ist ohnehin, dass du die zweite genauso durchführst wie die erste.

Was die Messung nicht kann

Hier wird in der Fitnessbranche gern übertrieben, deshalb sage ich es deutlich: eine Impedanzanalyse ist kein medizinisches Bildgebungsverfahren. Sie schätzt sehr gut, aber sie schaut nicht in dich hinein.

Der Wasserhaushalt beeinflusst die Werte spürbar. Eine durchzechte Nacht, eine sehr salzige Mahlzeit oder eine harte Trainingswoche verschieben das Ergebnis, ohne dass sich an deinem Fett irgendetwas geändert hätte. Bei Schwangeren verändert sich das Körperwasser so stark, dass die Zahlen nur mit fachlicher Einordnung sinnvoll sind.

Und die Messung stellt keine Diagnose. Wenn ein Wert auffällig ist, sagt dir das nur, dass jemand mit medizinischer Ausbildung draufschauen sollte. Ein Personal Trainer gehört nicht dazu, ich eingeschlossen.

Eine einzelne Messung sagt außerdem für sich genommen wenig. Ihr Wert entsteht erst im Vergleich mit der nächsten.

Wie oft solltest du messen?

Alle sechs bis zwölf Wochen. Das ist ungefähr der Zeitraum, in dem sich Muskelmasse und Fettmasse so weit verändern, dass die Verschiebung größer ist als die normale Schwankung.

Häufiger zu messen ist gesundheitlich unbedenklich, das Verfahren ist nicht invasiv. Es bringt nur nichts. Wer sich wöchentlich misst, sieht vor allem Wasserschwankungen und liest sie als Fortschritt oder Rückschritt. Das führt zu genau der Frustration, die die Messung eigentlich verhindern soll.

Was du mit den Zahlen anfängst

Drei Muster tauchen immer wieder auf, und jedes bedeutet etwas anderes für die nächsten Wochen.

Fett runter, Muskeln gleich

Das ist der Idealfall. Das Kaloriendefizit passt, das Training reicht aus, das Eiweiß stimmt. Weitermachen, nichts ändern.

Fett runter, Muskeln auch runter

Du verlierst zu schnell. Entweder ist das Defizit zu groß, es fehlt Eiweiß, oder das Krafttraining kommt zu kurz. Hier wird nachjustiert, sonst sinkt dein Grundumsatz und du landest genau im Jo-Jo-Effekt.

Muskeln rauf, Fett auch rauf

Beim Muskelaufbau normal, solange das Verhältnis stimmt. Wenn das Fett schneller steigt als der Muskel, ist der Überschuss zu groß.

Deshalb ist die Messung kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage für die Entscheidung, was in den nächsten acht Wochen anders läuft.

Willst du deine eigenen Zahlen sehen?

Beim unverbindlichen Probetraining machen wir die erste InBody-Messung und gehen den Ausdruck zusammen durch. Danach weißt du, wo du stehst, und ob du überhaupt etwas ändern musst.

Probetraining sichern
Dieser Text ist eine allgemeine Erklärung und keine medizinische Beratung. Bei Vorerkrankungen, auffälligen Werten oder gesundheitlichen Beschwerden ist deine Ärztin oder dein Arzt die richtige Adresse. Angaben zur Technik und zur Vorbereitung stammen von InBody Deutschland.
Nach oben scrollen